Drohendes Bargeldverbot: Bemerkungen zu einem Kommentar in den BNN

„Wer will ernsthaft etwas dagegen haben?“

Ich. Herr Dirk Neubauer gibt nicht dem Begriff Lügenpresse neuen Rückenwind sondern dem Begriff Systempresse. Da gibt es noch ein paar Unterschiede. Was meint der Herr?

„Nun will die Bundesregierung ein Bargeld-Limit von 5000 Euro einführen. Das mag für die Financiers des Terrors und für kriminelle Geldwäscher ein Problem sein – soll es ja!“

Dann folgt die oben angeführte Frage und es geht so weiter:

„Kritiker, die einen groß angelegten Angriff auf die Privatsphäre und den Datenschutz wittern, sollten mal die Kirche im Dorf lassen.“

Ah ja es macht also keinen Unterschied, ob ich 5000 Euro direkt von meinem Konto nehme und eine Überweisung tätige, oder 5000 € vom Konto abhebe und damit einkaufen gehe. Nein, das macht ganz und gar keinen Unterschied. Es macht genau DEN Unterschied. Nämlich: das eine Mal weiß niemand außer dem Geschäft, wo ich einkaufe, was ich einkaufe und bisher wurde ich in den Märkten NICHT nach meinem Namen gefragt.

Aber gehen wir mal weiter: um eben ohne Bargeld bezahlen zu müssen, bräuchte man ein Konto. Was nur bedeutet: meine gesamten Ersparnisse liegen direkt im Zugriff der Bank und dann kann der Staat jede Bank zwingen, mal eben ein paar „Strafzinsen“ abzuziehen. Es geht als nicht nur um Privatsphäre und Datenschutz, sondern ganz klar in Richtung Enteignung. Soweit kann Herr Neubauer offenbar nicht denken. Im Gegenteil er macht so weiter:

„Freiheitsrechte von ehrlichen Büchern von ehrlichen Bürgern werden doch mit einem Cash-Verbot bei großen Geldsummen nicht eingeschränkt.“

Ups! Also ich habe eine Rechnung zu bezahlen, darf es aber nicht mehr auf eine bestimmte Weise machen, die mir vorher noch erlaubt war. Das ist also keine Einschränkung der Freiheit? Wenn ich gezwungen werde, auf eine bestimmte Form der Bezahlung zurückgreifen zu müssen? Wenn ich mein Geld nicht mehr außerhalb des Bankensystems halten kann. Das ist ein massivster Eingriff in meine Freiheit und mein Eigentum. Zum krönenden Abschluss schreibt Herr Neubauer:

„Wenn es aber nur wenige Kriminelle schwerer haben und womöglich sogar eher von Polizei und Justiz erwischt werden, ist ein 5000-Euro-Limit bereits gerechtfertigt.“

Ich kontere da einfach mal mit dem (Un)Wort des Jahres: Gutmensch.

(Den gesamten Kommentar kann von Herrn Neubauer kann man in der BNN vom 4.2.2016 Seite 2, 2-ter Kommentar nachlesen.)