Ein kurzer Blick auf die Redefreiheit

Artikel von Irakli Betchvaia | Gestaltung Bettina Lohr

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Die Idee hinter dem Begriff „Demokratie“ ist die Beteiligung möglichst vieler Menschen an der Entscheidungsfindung

Ich will hier nicht darüber diskutieren, ob eine demokratische Wahl die beste Methode ist, diese Idee umzusetzen. Auch nicht darüber, ob eine direkte oder eine repräsentative Demokratie besser wäre.

 

Mir geht es um die Grundvoraussetzung – die Redefreiheit, ohne die es keinen Sinn machen würde, die Menschen nach ihrer Meinung zu fragen. Deswegen ist auch Zensur, also jegliche Einschränkung der Redefreiheit, in einer demokratischen Gesellschaft unzulässig.

 

Es gibt leider einen Aberglauben in unserer Gesellschaft, dass bestimmte Gedanken, würden diese insbesondere in Worte gefasst, großen Schaden anrichten könnten. Es wird angenommen, dass die Menschen im Grunde eine Viehherde sind, die eines guten Hirtens bedarf. Dabei soll sie dieser weise und gütige Anführer vor seinen bösen Konkurrenten retten.

 

Hier sehe ich folgende Unstimmigkeiten dieses Aberglaubens:

 

Wenn die Menschen nur eine Viehherde ohne eigenen Verstand sind, warum sollte man sie überhaupt irgendetwas fragen?
Wenn sie aber gefragt werden, dann brauchen sie doch den Zugriff auf möglichst viel Information! Denn sonst können sie nicht selbständig zwischen Gut und Böse unterscheiden.

Eine „Demokratie“, wo die Nomenklatura, (also das Regime, bzw. die Machthaber), zwecks Schutz der Gesellschaft „schädliche“ Information herausfiltern und den Menschen erklären können, wer gut und wählbar ist, gab es bereits in der DDR. Wollen wir wirklich wieder dorthin?

Wenn die weise und gütige Nomenklatura den Diskurs kontrolliert, wer kontrolliert dann die weise und gütige Nomenklatura? Demokratische Mittel können ja nicht mehr greifen, wenn das Establishment selbst darüber entscheidet, was gut und was schlecht ist.
Nehmen wir an, es passiert etwas Unvorstellbares und unsere edlen Herrscher werden durch böse ersetzt. Wie können wir sie wieder loswerden? Wie könnten wir überhaupt feststellen, dass wir von bösen Herrschern regiert werden?

Die Vertreter der Viehherden-Theorie möchte ich Folgendes fragen:
Das Vieh braucht zum Leben lediglich eine artgerechte Haltung: Gras zu fressen und Wasser zu trinken, sowie zwecks Vermehrung ab und zu die Gelegenheit sich zu paaren. Als Nutztier muss es natürlich auch Nutzen bringen, so, damit es dem Hirten nützt. In der DDR gab es auch Zuessen und Zutrinken und einen Nutzen hatte die Existenz der Massen auch dort. Und auch im Gefängnis gibt es Essen, Trinken und einem Nutzen gehen die Gefangenen auch dort nach. Im Gulag war das auch so…


Ist das wirklich, was ihr wollt?





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