Die Partei der Vernunft (PdV) und die Partei „Die Libertären“ verbindet ein gemeinsames freiheitliches Grundverständnis: das Eintreten für individuelle Selbstbestimmung, die Begrenzung staatlicher Macht und eine Gesellschaft, die auf Verantwortung statt Bevormundung setzt.
Immer wieder wird die Frage gestellt, warum beide Parteien nicht fusioniert sind oder künftig fusionieren sollten. Diese Frage ist nachvollziehbar – sie lässt sich jedoch nicht sinnvoll allein organisatorisch beantworten.
Die Entstehung zweier Parteien geht nicht auf inhaltliche Gegensätze zurück, sondern auf unterschiedliche Auffassungen, die in einem früheren gemeinsamen Arbeitszusammenhang insbesondere Fragen der Außenkommunikation, der strategischen Ausrichtung sowie der innerparteilichen Entscheidungsprozesse betrafen. Diese unterschiedlichen Perspektiven führten zu einer einvernehmlichen Trennung der Wege, nicht zu einer politischen oder persönlichen Abgrenzung.
Die PdV hat sich dabei bewusst für ein stark basisdemokratisches Selbstverständnis entschieden. Für uns ist es ein zentrales Anliegen, dass freiheitliche Prinzipien nicht nur politisch gefordert, sondern auch innerhalb der eigenen Organisation gelebt werden. Transparente Entscheidungsprozesse, breite Beteiligung und eine klare Begrenzung innerparteilicher Machtkonzentration sind für uns Ausdruck politischer Glaubwürdigkeit.
Gleichzeitig erkennen wir an, dass es innerhalb des freiheitlichen Spektrums unterschiedliche Wege geben kann, ähnliche Ziele zu verfolgen. Unterschiedliche Organisationsformen, Kommunikationsstile und strategische Schwerpunkte sprechen unterschiedliche Menschen an. In diesem Sinne verstehen wir die gleichzeitige Existenz mehrerer freiheitlicher Parteien nicht als Schwäche, sondern als Ausdruck von Vielfalt.
Aus einer freiheitlichen Perspektive ist Wettbewerb kein Problem, sondern ein Erkenntnisgewinn. Unterschiedliche Ansätze wirken wie praktische Erprobungen: Sie zeigen, welche Formen politischer Ansprache tragen, welche Strukturen sich bewähren und wo Weiterentwicklungen notwendig sind. Eine organisatorische Zusammenführung würde diesen Lern- und Entdeckungsprozess nicht zwangsläufig verbessern, sondern möglicherweise verkürzen.
Entscheidend ist aus unserer Sicht nicht organisatorische Einheit, sondern politische Wirkung. Solange freiheitliche Kräfte einander respektvoll begegnen, sich nicht gegenseitig schwächen und ihre Kräfte sinnvoll ergänzen, profitieren davon Idee und Bewegung gleichermaßen.
Kooperation ist dabei ausdrücklich möglich und wünschenswert: etwa durch gegenseitige Einladungen zu Parteitagen, gemeinsame Diskussionsformate oder das punktuelle Aufgreifen gemeinsamer Kernbotschaften im politischen Wettbewerb. Freiheit verträgt Zusammenarbeit – sie verlangt sie nicht in Form von Einheitlichkeit.
Wenn die Zeit reif ist, werden wir mit den Libertären zusammenarbeiten. Denn bei allen organisatorischen Unterschieden kämpfen wir für dieselbe Sache: für eine freiere, selbstbestimmtere Gesellschaft.